Der Bundesverband höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung e.V. (BVT) ist ein Spitzenverband für Staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker und vertritt die Interessen und Belange seiner über 19.000 Mitglieder.
Angesichts des eklatanten Fachkräftemangels, insbesondere bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), führt der BVT ab 2019 in Ballungszentren regionale Technikertage durch.
Ziel der regionalen Technikertage ist es:
• Innovationen vorzustellen
• Den Unternehmen die Kompetenzen der staatlich geprüften Techniker zu verdeutlichen
• Den Studierenden an Fachschulen Kontakte zu den KMUs zu ermöglichen
Zu den Veranstaltungen werden regionale Politiker, regionale Unternehmen (KMUs), Leiter der regionalen Fachschulen und Studierende an Technikerschulen eingeladen.

So fand am 6.Februar 2020 der 4. Regionale Technikertag erstmals in München in den Räumlichkeiten der Allianz Arena statt.

Rund 180 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Fachschulen haben die Veranstaltung besucht.
Insgesamt ca. 120 Studierende der GBS Technikerschulen und der städtischen Technikerschulen waren anwesend. Daneben waren zahlreiche Unternehmen vertreten, um sich an Diskussionsrunden rund um die Themen berufliche Bildung und Fachkräftemangel zu beteiligen aber auch Chancen des Networkings zu ergreifen.

An der ersten Diskussionsrunde nahmen Bernhard Loos, MdB, Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Markus Stehle und Christopher Keilhack, beide Studierende an unserer GBS Technikerschule der Fachrichtung Maschinenbautechnik, teil. Bernhard Loos beschrieb die Maßnahmen des Bundes zur Stärkung der beruflichen Bildung. Dabei stellte er insbesondere das am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Berufsbildungsmodernisierungsgesetz, kurz BBiMoG, heraus. Damit sei es erstmals seit 2005 gelungen, die berufliche Bildung so zu modernisieren, dass sie eine ernstzunehmende Konkurrenz zur Hochschulbildung darstellen kann.
Die Reform soll die Tendenz stoppen, dass nahezu ganze Jahrgänge an die Hochschulen streben. Nur durch eine attraktive Ausgestaltung der dualen Ausbildung könne der Facharbeiter- und Handwerkermangel ausgebremst werden.
Die Diskussionsrunde machte deutlich, dass die Reform nicht alle Aufstiegsfortbildungen einbezieht. Landesrechtlich geregelte Weiterbildungen und Aufstiegsfortbildungen, wie die zum Staatlich geprüften Techniker, werden im Gesetz nicht berücksichtigt.

Bernhard Loos betonte abschließend, dass das BBiMoG es jedoch den Bundesländern ermögliche, ihre Ausbildungen an Fachschulen entsprechend aufzuwerten.
In diesem Zusammenhang forderte Gerard Wolny die Anwesenden auf, den BVT bei seinem Bestreben zu unterstützen, die Regelungen des BBiMoG in die Ländergesetze zu übernehmen.
Unsere Studierenden Markus Stehle und Christopher Keilhack schilderten ihre beruflichen Werdegänge und erläuterten ihre Entscheidung für die Aufstiegsfortbildung zum Staatlich geprüften Techniker an einer Fachschule. Dabei verdeutlichten beide, dass die berufliche Bildung zusammen mit der Aufstiegsfortbildung an Fachschulen eine durchaus attraktive Alternative zum Studium ist.

In der anschließenden zweiten Diskussionsrunde wurde die Sicht der Unternehmen auf den Arbeitsmarkt und deren Erwartungen an Bewerber fokussiert. Dabei gaben Markus Groben (Geschäftsführer der Firma Groben Ingenieure GmbH) und Klaus Zschaage (Geschäftsführer der authensis AG) Einblicke in die Personalpolitik ihrer Unternehmen. Sie stellten heraus, dass es zunehmend schwieriger ist, geeignete, gut qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Beide Unternehmensvertreter führten aus, dass neue Mitarbeiter in der Einarbeitungszeit, häufig von Mentoren begleitet, zielgerichtet an ihre Aufgabenbereiche herangeführt werden.

Zweite Halbzeit

Unser Studierender Christian Kornberger beschrieb den Ausbildungsverlauf. Dabei unterstrich er die Lösungsorientiertheit und den engen Praxisbezug der Fachschulausbildung zum Staatlich geprüften Techniker.

Die dritte Diskussionsrunde verdeutlichte die Kompetenzen der Staatlich geprüften Techniker. Dabei wurde besonders hervorgehoben, dass die Praxisbezogenheit der Fachschulausbildung durchaus Vorteile gegenüber den akademischen Berufsabschlüssen hat und die Technikerausbildung ein hervorragendes Fundament für eine erfolgreiche Karriere im Beruf sei. Gerard Wolny wies darauf hin, dass die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker die höchste Qualifikation der beruflichen Bildung in Deutschland darstellt. Dennoch sei das Berufsbild der staatlich geprüften Techniker und Technikerinnen in der Öffentlichkeit nur vage bekannt.

Verlängerung

Thomas Wimmer, Studierender an unserer Fachschule für Informatiktechnik, erwähnte dabei ebenfalls Defizite in der Bekanntheit des Berufsstandes und dessen Kompetenzen. Dies äußert sich letztlich auch in der Bezahlung. Der Stellenwert und die Inhalte dieser umfangreichen Weiterbildung sollten daher besser kommuniziert werden.

Abschließend bedankte sich Gerad Wolny bei den Anwesenden für die rege Beteiligung und wies auf die für die Unternehmen als auch die Fachschulen und ihre Studierenden hervorragende Gelegenheit zum Networking hin.

Der Abend klang, wie es sich auch in Bayern in einem Stadion gehört, mit Bier und reichlich Imbiss aus. An den Tischen wurde gemeinsam gegessen, getrunken und es wurden viele Visitenkarten ausgetauscht. Niemand stand im Abseits!